Gelesene Bücher im April 2026

  • Harald Meller et al.: Magie – das Schicksal zwingen. Ausstellungskatalog, Bibliothek. Viele Bilder, knappe Erklärungen, quasi ein Museumsbesuch in Buchform. Hat mir gut gefallen, war schnell anzugucken. 4/5.
  • Douglas Preston und Lincoln Child: Demon – Sumpf der Toten. Pendergast 15. Thriller, gebraucht gekauft. Ein Bildhauer beauftragt Pendergast mit privaten Ermittlungen zum Diebstahl seiner Weinsammlung, doch der Special Agent stellt fest, daß der Wein lediglich als Ablenkungsmanöver diente, denn eigentlich geht es um einen in einer Wandnische versteckten Toten. Pendergast und Constance ermitteln in der Kleinstadt, immer behindert vom Polizeichef und dem örtlichen Klüngel, bis sich in einer Sturmnacht ein grauenhaftes Monster im Ort zeigt und eine Menge Menschen tötet – just, als der Fall gerade gelöst scheint. Hat mir viel Spaß gemacht, tolles Setting, sehr stimmungsvoll und wie immer total abwegig 🙂 4/5.
  • Jules Acton: Oaklore – Adventures in a World of Extraordinary Trees. Sachbuch, Bibliothek. Ein Buch über Eichen, von den Wurzeln bis in die Blattspitzen. Acton berichtet über einige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die mit, auf und von der Eiche leben, erzählt von interessanten Begegnungen mit anderen Naturenthusiasten und Forschern und gibt viele Tips und Hinweise, wie man sich für Eichen und damit für die Natur als solche einsetzen kann. Nett geschrieben. 3,5/5.
  • David Joy: Wo alle Lichter enden. Roman, Bibliothek. Der 18jährige Jacob ist in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen: sein Vater ist ein großer Fisch im internationalen Meth-Handel, seine Mutter eine Süchtige. Als er und zwei „Mitarbeiter“ seines Vaters einen Mord verpatzen,  macht sein Vater ihn zum Komplizen beim Mord an den anderen beiden Männern. Jacob, der an sich einen starken moralischen inneren Kompaß hat, sieht sich außerstande, der Gewalt, die das Leben mit seinem Vater bedeutet, zu entgehen. Als er daher seine Chance wittert, verbündet er sich mit einem Polizisten, um sich an seinem Vater zu rächen und mit seiner großen Liebe Maggie und einem Batzen Geld abzuhauen. Doch dann betrügt der Polizist ihn… Gut geschrieben, aber mir schien es nicht so glaubwürdig, daß ein reflektierter Mensch wie Jacob tatsächlich daran glaubt, daß es sein „vorherbestimmtes Schicksal“ ist, am Ende draufzugehen. Ich hätte es besser gefunden, wenn er einfach mit Maggie abgehauen wäre. 3,5/5.
  • Sy Montgomery: What The Chicken Knows. Sachbuch, Bibliothek. Montgomery hält seit vielen Jahren Hühnern und in ihrem Buch erzählt sie ein wenig von ihnen, ihrem Einfühlungsvermögen, ihrem Humor und der Art, wie sie ihr Leben zusammen mit ihren Menschen leben. Leider gibt es wenig Informationen über Hühner als solche – das hätte das Buch abgerundet. Hat mir dennoch gut gefallen. 4/5.
  • Arturo Pérez-Reverte: Der Club Dumas. Roman, gebraucht und zerfleddert gekauft. Der auf antiquarische Ausgaben spezialisierte Buchhändler Lucas Corso wird von einem reichem Kollegen damit beauftragt, die Authentizität dessen Exemplars eines okkulten Buchs (Die Neun Pforten) festzustellen. Zeitgleich beauftragt ein befreundeter Buchhändler ihn damit, Recherchen über einige handschriftliche Seiten anzustellen, die mutmaßlich von Dumas stammen. Corso reist daraufhin zu den anderen Besitzern der Exemplare der Neun Pforten, trifft dabei auf ein mysteriöses Mädchen, wird von einem gruseligen Mann mit Schmiß verfolgt und gerät allmählich immer tiefer in den faszinierenden Sog, der von den beiden Werken ausgeht. Was für ein Lesespaß! Ich kannte bisher nur den Film und der wird dem Buch leider nicht gerecht. Hat mich gut unterhalten, war klug  geschrieben und ist sicherlich für belesene, gebildete Leser interessanter als für andere (klingt arrogant, aber die richtige Lesefreude stellt sich vor allem dann ein, wenn man die ganzen Anspielungen und Verweise auf andere Werke versteht). 4,5/5.
  • Griffith Institute (Hg.): Howard Carter und das Grab des Tutanchamun – Geschichte einer Entdeckung. Sachbuch/Bildband, Bibliothek. Anhand von 50 ausgewählten Objekten zeichnet das Buch die Entdeckung und Ausgrabung des Grabs von Tutanchamun nach. Leider legt das Buch mehr Wert auf die „Wiedergutmachung“ des Kolonialismus als auf die Beantwortung der Fragen, die die Fotos aufwerfen, daher nur 3,5/5.
  • Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer. Sachbuch, Bibliothek. Als 1816 in Indonesien der Tambora ausbrach, hatte das weltweite Folgen auf das Klima, die Bevölkerung, die Politik, die Kunst und im Grunde auch auf alle anderen Gebiete. So wurde die Gründung von Sparkassen und Versicherungen vorangetrieben, Flüsse wie der Rhein begradigt, Kanäle gebaut (welche wiederum langfristig bestimmte Regionen und Städte beförderten, wie z.B. New York und Chicago), eine umfassende Armenfürsorge geschaffen und vieles weitere mehr, als direkte Folgen der Tambora-Krise. Sehr interessantes Buch, aber echt drög geschrieben. 4/5.
  • Douglas Preston: Extinction – Wenn das Böse erwacht. Thriller, Bibliothek. In einem Resort, das nur Superreichen offen steht, werden Tiere des Paläozäns durch DNA-Manipulation zum Leben erweckt. Als ein Ehepaar brutal ermordet wird, schalten sich auch das CBI und der örtliche Sheriff ein. Das Unternehmen, dem der Park gehört, zeigt sich kooperativ, doch was genau geht in den alten Minenschächten vor sich? Warum werden Menschen kannibalisiert, warum muß ein junges Wollmammut sterben? Ungefähr bis zur Hälfte ist das Buch wahnsinnig spannend, dann denkt man „oh nein, er wird doch nicht…?“ – aber Preston tut genau das, von dem man hofft, daß er es nicht tut. Er erweckt Neandertaler zum Leben und macht aus ihnen wütende Mordmaschinen. Uff. Das war mir zu platt, zu eindimensional, insbesondere weil er in seinem gut recherchierten Nachwort eigentlich selbst sagt: Neandertaler waren zu Empathie fähig. Was er ihnen im Roman abspricht. Daher irgendwie unbefriedigend und ein bißchen doof. 2,5/5.
  • Hiroko Yoda: Eight Million Ways To Happiness. Sachbuch, Bibliothek. Yoda berichtet nahbar und sehr persönlich von japanischer Spiritualität, die eine interessante Mischung aus Shinto, Buddhismus, Shugendo und Ahnenkult ist, obwohl sich die meisten Japaner gar nicht als religiös oder spirituell betrachten. Hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich habe viele neue Aspekte kennengelernt. Tolles Buch! 4,5/5.
  • Matthew Reilly: Das Turnier. Historischer Krimi, gebraucht gekauft. Im Jahr 1546 reist die 13ährige Elizabeth Tudor mit ihrem Lehrer Roger Ascham und einer Delegation nach Konstantinopel, wo Sultan Suleiman ein Schachturnier ausrichtet. Kurz nach ihrer Ankunft wird ein Kardinal grausam verstümmelt und ermordet aufgefunden. Suleiman bittet Mr. Ascham, den Mörder zu ermitteln, und Elizabeth hilft ihm dabei tatkräftig. Dem Leser begegnen bei den Ermittlungen viele historische Figuren, u.a. Michelangelo, Iwan der Schreckliche u.a.m. Auch das Setting – der Topkapi-Palast und die innere Stadt von Konstantinopel – tragen zum Lesegenuß bei. Hat mir ausgesprochen gut gefallen, war sehr kurzweilig. 4,5/5.

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