- Julia R. Kelly: Das Geschenk des Meeres. Roman, Onleihe. Anfang des 20. Jahrhunderts kommt die junge Lehrerin Dorothy nach Skerry, einem Nest an der schottischen Küste. Sie verliebt sich in den Fischer Joseph und ist dann 350 Seiten sehr darum bemüht, in jedem Fall nicht zu sagen, was sie meint, und immer die dummstmöglichen Entscheidungen zu treffen. Zwischendrin kriegt sie ein Kind mit ihrem schwulen Ehemann…oder doch mit jemand anderem…und das Kind ertrinkt. Wahrscheinlich von den Elfen geholt. Oder doch bei einem Unfall. Dann wird irgendwann ein anderes Kind angeschwemmt und das ist garantiert ihr eigenes. Oder auch nicht. Und am Ende weiß man immer noch nicht, ob sie sich jetzt kriegen oder nicht. Manchmal habe ich echt ein unfaßbares Geschick dafür, mit Büchern, für die andere Leser in höchsten Tönen schwärmen, ins Klo zu greifen. 2/5.
- Callan Wink: Big Sky Country. Roman, Bibliothek. 3/5. August wächst auf einer Farm in Michigan auf, bis seine Eltern sich scheiden lassen und er mit der Mutter nach Montana zieht. Dort entschließt er sich, nach dem High School auf verschiedenen Ranches zu arbeiten, anstatt zu studieren. Eine typische Coming-of-age-Geschichte. Ich mag, wie Wink schreibt, aber mit August bin ich nicht warm geworden. 3/5.
- Tan Twan Eng: Das Haus der Türen. Roman, gebraucht gekauft für eine Leserunde. 1921 besucht William Somerset Maugham seinen Freund Robert und dessen Frau Lesley auf Penang. Willie, der mit seinem Liebhaber Gerald reist, und Lesley, deren Ehemann ebenfalls schwul ist, kommen sich näher, indem Lesley ihm sowohl ihre eigene Geschichte als auch die ihrer Freundin Ethel erzählt, die einen Mann umgebracht hat. Schon irgendwie poetisch geschrieben, aber da alle alle benutzen, hat mich das Buch nicht so angemacht. 3/5.
- René Anour: Der Doktor und der liebe Mord. Tierarztkrimi, gebraucht gekauft für eine Leserunde. Ich glaube, der Titel und das Genre lassen bereits erahnen, daß ich diesen Roman niemals für mich selbst ausgesucht hätte 🙂 Severin ist Tierarzt. Er hat gerade seinen Chef umgebracht, als die Putzfrau auf die Idee kommt, er könnte als Auftragskiller arbeiten und so den Gnadenhof finanzieren. Er verliebt sich aber blöderweise in sein erstes potentielles Opfer. Dann gibt es noch einen Riesenhengst mit Angststörung, einen kinky Weihnachtsmann und allerlei Logiklücken. Ich fand das Buch ziemlich schlimm. 1,5/5.
- Jonathan Stroud: Bartimäus. Jungendfantasy, im Bücherschrank gefunden. Der angehende Zauber Nathanael beschwört den Dschinn Bartimäus. Dieser soll ihm das Amulett von Samarkand stehlen, einen mächtigen magischen Gegenstand. Damit werden allerdings Entwicklungen angestoßen, die der Junge und der Dämon am Ende kaum aufhalten können… Ich vermute, was die meisten Leser zu einer guten bis hervorragenden Bewertung dieses Buchs verleitet, ist die ungewöhnliche Perspektive, nämlich durch die Augen eines Dämons. Dieser ist frech und vorlaut. Das ist schon witzig, trägt ein 550 Seiten starkes Buch aber nicht. 1/5.
- Sabine Schmidt: Das kleine Nähcafé am Fluß. Roman, Onleihe. 2/5. Sabine Schmidt kenne ich von ihren Nähbüchern her und fand es daher interessant, einen Roman aus ihrer Feder zu lesen. Fast hätte ich es allerdings nicht über Kapitel 1 hinausgeschafft, denn ihre Hauptfigur ist entsetzlich unsympathisch, auch wenn man natürlich eigentlich schon davon ausgeht, daß sie sich wandeln wird. Die Handlung ist vorhersehbar und wartet nicht mit Überraschungen auf. Schnell und leicht zu lesen, aber irgendwie dachte ich am Ende dann doch: man kann eben nicht alles gut können. Schmidt hat allerdings bereits für den Herbst Teil 2 angekündigt, an Publikum wird es ihr daher nicht mangeln. 2/5.
- Liz Moore: Long Bright River. Roman, Bibliothek. Die Streifenpolizistin Mickey spricht seit fünf Jahren nicht mehr mit ihrer Schwester Kacey, paßt jedoch auf sie auf, wann immer sie kann, denn Kacey ist obdachlos und süchtig. Als in Philadelphia mehrere Prostituierte ermordet werden und auch Kacey spurlos verschwindet, versucht Mickey, sie zu finden – und auch den Mörder. Das Buch hat insofern meine Erwartungen nicht erfüllt, als daß ich einen Thriller und keine zermürbend langsam erzählte Familientragödie lesen wollte. 3/5.