- Anke Höller: Meine kleine Teewerkstatt. Sachbuch, Bibliothek. Nach einer kurzen Einleitung gibt Höller diverse Rezepte für Kräutuertees und kleine Speisen und Gebäcke. Optisch unheimlich schön aufbereitet, haben mich die Rezepte leider nicht angesprochen. Außerdem finde ich den Preis – 25 € für ein 160 Seiten schmales Bändchen – überzogen. 2,5/5.
- Norman Ohler: Die Gleichung des Lebens. Roman, Bibliothek. Im Jahr 1747 beauftragt Friedrich der Große den Mathematiker Leonhard Euler damit, auszurechnen, wie viel die Trockenlegung des Oderbruchs zwecks Ansiedlung von Immigranten und Anbau von Kartoffeln die preußische Staatskasse kosten würde. Zeitgleich soll Euler jedoch auch den Mord am führenden Ingenieur dieses Projekts aufklären. Dazu begibt er sich in den Oderbruch, lernt dort Leute und Gebräuche kennen und muß sich zudem gegen die Brücher zur Wehr setzen, die sich gegen die Trockenlegung des Sumpfs stellen. Hat mich sehr begeistert: klug und oftmals lustig, poetisch und mathematisch, ein pralles Sittengemälde eines verschwundenen Landstrichs und Lebens. 4,5/5.
- Abbruch: David W. Anthony: The Horse, the Wheel and Language. Sachbuch, Bibliothek. Wo entstand Proto-Indo-Europäisch und wer sprach es? Eigentlich ein unfaßbar spannendes Thema, aber hier furchtbar langweilig aufbereitet, daher Abbruch bei ungefähr einem Viertel. Bis dahin würde ich es inhaltlich mit 4/5 bewerten, für mich aber nicht ermüdungsfrei lesbar.
- Irene Vallejo: Papyrus. Sachbuch, Onleihe. Vallejo möchte die Geschichte des Buches erzählen und legt auch einen starken Start hin. Sie erzählt von der Antike und den Hochkulturen der Römer und der Griechen. Dann von den Nazis. Dann von den Römern und Griechen. Und den Nazis. Und ein bißchen von Franco, aber lieber von den Nazis, den Römern und den Griechen. Schnarch! Bei einem fast 800 Seiten starken Buch fehlte mir da einfach der Mittelteil. 3/5.
- Laura Baldini: Aspergers Schüler. Roman, Onleihe. 1986 kommt die Engländerin Sarah nach Wien, um über Asperger und seine Arbeit an der Heilpädagogischen Anstalt zu forschen. Intensiv beschäftigt sie sich allerdings auch mit Stefan, den sie an der Uni kennenlernt. Parallel dazu wird die Geschichte von Viktorine, einer Krankenschwester, und Erich, einem Patienten von Asperger, in den Jahren zwischen 1938 und 1944 erzählt. Das Buch ist sehr simpel geschrieben, es gibt keine echten Twists und das Aufregendste sind eigentlich die Mehlspeisen, die Sarahs Vermieterin kredenzt. Ich tu mich immer etwas schwer damit, wenn Menschen völlig aus der Bahn geworfen werden, wenn sie feststellen, daß Mediziner zur NS-Zeit regimekonform agiert haben, und wenn diese Emotionen der Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte sind. Das reicht mir nicht. 2/5.
- Werner Bartens: Körperzeit. Re-Read. Sachbuch, aus der Bibliothek. Bartens beschreibt die Rhythmen des Körpers und wie es uns helfen kann, ihnen zu folgen. 3/5.
- Abigail Dean: Girl A. Roman, Onleihe. Lex und ihre Geschwister wurden von ihren Eltern vernachlässigt und mißhandelt, bevor sie sich befreien konnten. Nun, etliche Jahre später, heiratet Ethan, der älteste Bruder, und zudem ist ihre Mutter gestorben und hat ihnen das Haus hinterlassen, in dem sie gefangen gehalten wurden. Lex macht sich auf, um mit ihren Geschwistern zu sprechen, und wird dabei mit einer Wahrheit konfrontiert, die sie gern vergessen wollte. Mich hat das Buch gut unterhalten, insbesondere durch den unkonventionellen Schreibstil und die vielen Zeitsprünge. 4/5.
- Jeffery Deaver: Der Eindringling. Thriller, Hörbuch, gekauft. In New York City geht ein Mann um, der in die Wohnungen von Frauen einbricht, dort etwas stiehlt und dann wieder geht. Gleichzeitig ermitteln Rhyme und Sachs gegen einen Kriminellen, der Informationen verkauft, und müssen sich damit herumschlagen, daß Rhyme das Gerichtsverfahren gegen ebendiesen Mann vergeigt hat – nicht ohne Konsequenzen. Leider kennt man Deavers Stilmittel und Kniffe im 15. Band der Reihe inzwischen so gut, daß man am Ende das Gefühl hat, das alles schon einmal woanders bei ihm gelesen/gehört zu haben. Zwischenzeitlich fehlte mir daher die Aufmerksamkeit. 3,5/5.
- Luisa Francia: Die Macht des Verborgenen. Spiribuch, Bibliothek. Francia widmet sich hier all den Dingen, die wir nicht wirklich wahrnehmen, nicht wirklich begreifen können, von (vermeintlichen) Zufällen über die Funktionen unseres Körpers bis hin zu den großen, universellen Zusammenhängen. Auch hier hatte ich das Gefühl, das alles schon einmal bei ihr gelesen zu haben. 3/5.
- Norbert Weimper: Das schwarze Geheimnis von Maulbronn. Historischer Roman, Onleihe. Anfang des 16. jahrhunderts wird ein Bauernbub im Kloster abgegeben: Anselm soll dort arbeiten, möchte aber lieber Mönch werden, weil er gern beten und arbeiten möchte. Da er sich klaglos ins Klosterleben fügt, da es keine weibliche Hauptrolle gibt (oder eigentlich überhaupt keine Frauen bis auf eine) und weil die Schurken stets als solche erkennbar sind, ist der Text furchtbar einschläfernd und zudem total hölzern geschrieben. Dazu kommen noch etliche Rechtschreibfehler. Hat mir gar nicht gefallen. 1/5.
- Oliver Pötzsch: Der Totengräber und die Pratermorde. Leo-von-Herzfeldt-Reihe 4. Roman, Bibliothek. Es passiert selten, daß meine Bibliothek ein so frisch erschienenes Buch anbietet, und darum habe ich direkt zugeschnappt 🙂 Das Buch spielt 1897 in Wien: beim Zaubertrick „die zersägte Jungfrau“ wird tatsächlich eine Frau zersägt! Bald stellt sich heraus, daß noch andere Frauen aus dem Pratermilieu ermordet wurden. Leo von Herzfeldt ermittelt, oft unterstützt von seiner Verflossenen Julia Wolf und seinem Freund, dem Totengräber Augustin Rothmeyer. Die Auflösung zeichnet sich bereits ab ungefähr der Mittte ab – wer also bei Krimis gern mitfiebert, wird etwas enttäuscht sein. Wer jedoch das Schmökern von Pötzsch ausufernder, langsamer Erzählweise genießt, liegt hier goldrichtig (bei anderen seiner Reihen hat es mich genervt, hier paßt es gut, finde ich). Sehr unterhaltsam, eben ein echter Schmöker. 4,5/5.
- Trent Dalton: Der Junge, der das Universum verschlang. Roman, Onleihe. Der 12jährige Eli wächst zusammen mit seinem seit einem traumatischen Geschehen stummen Bruder August bei seiner Mutter und dessen Freund Lyle auf. Nachdem die beiden ihre Heroinsucht überwunden haben, dealen sie nun mit Drogen, doch Lyle zieht sich den Unmut seines Bosses zu und verschwindet. Da ihre Mutter nun ins Gefängnis muß, müssen Eli und August zu ihrem alkoholkranken Vater ziehen. Obwohl die beiden Jungen diese und noch andere Schicksalsschläge und viel Gewalt erleben, erhalten sich beide ihr gutes Herz und am Ende bekommen sie all das, was sie sich gewünscht haben. Klingt, wenn man das Buch auf wenige Sätze runterbrechen will, nicht besonders. Das Buch hat es aber faustdick hinter den Seiten. Es ist zum einen ausgezeichnet geschrieben, zum anderen hat es einen überraschend komplexen Plott und enormen Tiefgang. Mich hat es um Sturm erobert. 5/5.