Gelesene Bücher im November 2025

  • Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn – Wie der Mensch zum Lesen kam und was es in unseren Köpfen bewirkt. Sachbuch, Bibliothek. Wolf erklärt, welche Prozesse in der menschlichen Entwicklung nötig waren, damit Menschen überhaupt die Fähigkeit des Lesens entwickeln konnten, und welche Hirnbereiche dafür aktiviert werden müssen. Sie weist gleichermaßen auf Schwierigkeiten beim Lesenlernen hin und gibt Hinweise, wie man Kindern den Einstieg ins Lernen erleichtern kann. Sehr interessantes Buch, allerdings gefiel mir persönlich „Schnelles Lesen, langsames Lesen“ weitaus besser, daher 4/5.
  • Dan Brown: The Secret Of Secrets. Roman, Bibliothek. Robert Langdon und seine Partnerin Katherine Solomon sind in Prag, wo Katherine einen Vortrag über ihre Forschung im Bereich der Noetik halten soll. Zeitgleich soll ihr Buch veröffentlicht werden, in dem sie ihre Forschungsergebnisse zum Bewußtsein des Menschen darlegt. In gewohnter Manier überschlagen sich dann die Ereignisse: eine namhafte Forscherin wird ermordet, ein Leutnant des tschechischen Geheimdienstes hält Langdon für den Mörder seines Vorgesetzten und Onkels, es gibt eine Figur, die quasi bis zum Schluß im Dunkeln bleibt. Das Problem ist, daß diese Elemente, die in vorangegangenen Langdon-Roman funktioniert haben, hier langweilig und belanglos wirken. Es gibt ellenlange Rückblicke, riesige Logikfehler, totlangweilige Erklärungen, keine wirklich überraschenden Wendungen und hier und da fällt eine interessante Figur einfach mal weg. Das „Geheimnis der Geheimnisse“ ist banaler Esoterikschwurbel und es nervt fürchterlich, daß Langdon und Solomon ständig als die tollsten und klügsten Wissenschaftler aller Zeiten gepriesen werden, dabei aber furchtbar langsam denken. Ich selbst hatte die Lösung bereits nach der Hälfte des Buchs raus und bin mit ihr sehr unzufrieden. Alles in allem: total öde, verschwendete Lebenszeit. Wenn ich einen Langdon lese, dann erwarte ich eine spannende Schnitzeljagd, Rätsel, interessante Orte – und keinen in die Länge gezogenen Technothriller. Sowas habe ich schon von Selfpublishern gelesen, in ähnlicher „Qualität“. Überdies einfach mal 400 Seiten zu lang. Gähn! 1,5/5.
  • Wallis Kinney: A Dark And Secret Magic. Roman, gekauft. Kate ist eine Hedgewitch und hat sich ein gemütliches Leben in ihrem Cottage eingerichtet. Eines Tages bekommt sie Besuch von Matthew, einem sexy Necromancer, der mehr zu wissen scheint, als er zu sagen bereit ist. Kate, die das alljährliche Coven-Treffen zu Samhain ausrichten soll, hat jedoch alle Hände voll mit den Vorbereitungen für das Fest zu tun, gestört durch das Wiederauftauchen des Grimoires ihrer Mutter, auf dem ein dunkler Fluch liegt, und durch die Kontaktversuche des „King Below“. Ein echt stimmungsvoller Roman, dessen Logik für mich nicht immer so ganz stringent war, aber für 0,99 € auf jeden Fall eine gemütliche Herbstlektüre. 3,5/5.
  • Caroline Wahl: Windstärke 17. Roman, gebraucht gekauft und in einer Buchgruppe gelesen. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter flüchtet Ida völlig planlos nach Rügen. Sie hat das Glück, von Knut und Marianne aufgenommen und von vorn bis hinten betüddelt zu werden, während sie sich denkbar blöd verhält und sich mit einem Mann einläßt, der sein eigenes Leben offenbar auch nicht auf die Kette kriegt. Marianne ist aber auch krank und Ida muß sich damit auseinandersetzen, wie sie damit umgehen will, und ob sie bleiben oder wieder weglaufen will. Ich hätte mir das Buch für mich selbst nicht ausgesucht, weil es eigentlich alles hatte, was ich befürchtet habe, incl. einer kindlichen Schreibweise, die mich an jungen Autoren so abnervt. Ich reagiere einfach allergisch darauf, wenn junge Frauen wie achtjährige Grundschülerinnen klingen und denken. 2/5.
  • Peter Mohlin und Peter Nyström: Der stille Vogel. John-Adderley-Reihe 3. Thriller, Onleihe. In einem Fischadlernest wird der Knochen eines Kindes gefunden – sollte man endlich auf eine Spur zu den vor über 30 Jahren verschwundenen Zwillingen gefunden haben? Nicht nur der Knochen, sondern auch ein lange verschollener Mann aus der Arbeitersiedlung bringen das betuliche Leben der Familie Hammarström durcheinander, und dann ist da noch Ariya, eine Irakerin, die auf der Flucht vor der Auslieferungsbehörde ist… Bißchen wirr und mir gefällt es nicht, wenn Autoren ihre Handlungen durch Drogen und Erinnerungslücken zu verschleiern versuchen, aber alles in allem ein solider Thriller. 3/5.
  • Ewald Arenz: Alte Sorten. Roman, Onleihe. Die 17jährige Sally flüchtet aus einer Klinik und landet bei der viel älteren Liss, einer Bäuerin mit eigenem Hof. Die beiden Frauen verbindet mehr, als sie selbst zunächst ahnen, und zwischen ihnen entwickelt sich zwischen alltäglichen Handlungen und Arbeiten auf dem Hof eine tiefe Freundschaft. Dann jedoch finden Sallys Eltern sie und bringen sie nach Hause – wo sie eigentlich gar nicht sein will. Liss wird von den Vorkommnissen getriggert und muß sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Zum Glück ist Sally an ihrer Seite! Ein toller Herbstroman, still und stimmungsvoll. 4/5.
  • Peter Ackroyd: The Themse. Sachbuch, Bibliothek. Ackroyd geht, wie so oft in dieserlei Büchern, der Themse von verschiedenen Seiten aus auf den Grund: er beschreibt ihren Verlauf, die Dörfer an ihren Ufern, historische Begebenheiten, die sich an oder auf ihr ereignet haben, die Menschen, die an und mit ihr ihr Geld verdienen, berühmte Künstler, denen sie als Inspiration diente, und vielerlei mehr. Unterhaltsam, aber keine leichte Lektüre. 4/5.
  • C.J. Tudor: Die Kolonie. Thriller/Fantasy, Onleihe. In einem kleinen Kaff in Alaska wird ein Junge von einem Vampir getötet – jedenfalls suggeriert ein Video, daß die Tat so ablief. Vampiranthropologin Barbara Atkins nimmt die Ermittlungen auf, schon bald behindert von diversen Grüppchen aus dem kleinen Städtchen, die alle ihre eigenen Anliegen haben. Das Vampirszenario hat sich erstaunlich gut in den ansonsten klassischen Ermittlerthriller eingereiht, aber die Auflösung blieb doch etwas unbefriedigend. 3,5-4/5.
  • Silvana Condemi und François Savatier: Denisova – die Entdeckung einer neuen Menschenart. Sachbuch, Bibliothek. Die beiden Autoren fassen den aktuellen Stand der Forschung zum Denisova-Menschen zusammen, der sich zeitlich parallel zum Neandertaler in Asien entwickelte. An sich ein interessantes Buch, ich fand es nur total wirr und langweilig geschrieben. 3,5/5.

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