- George und Roberta Poinar: What Bugged The Dinosaurs? Sachbuch, Bibliothek. Wenn wir an die Dinosaurier denken, denken wir meistens nicht an die Insekten, die zur selben Zeit gelebt haben, obwohl viele Arten, die uns heute noch plagen, bereits die Dinosaurier gepiesakt haben. Mistkäfer, Schaben, Rüsselkäfer, Mücken, Würmer und andere gab es damals in größerer Vielfalt und in deutlich größerer Menge als heutzutage. Waren von Insekten übertragene Vektoren ein Problem für die Dinos? Konnten Dinos Malaria und Leishmaniose bekommen? Hatten Insekten einen Einfluß auf das Aussterben der Dinosaurier? Die Poinars schlüsseln auf, welche Beweise sie für ihre Theorien in Bernstein eingeschlossen gefunden haben, und geben eine dezidierte, aber doch unterhaltsame Darstellung der Insektenwelt zur Kreidezeit. 4/5.
- Ralf H. Dorweiler: Der Herzschlag der Toten. Historischer Krimi, Onleihe. Hamburg, Ende des 19. Jahrhunderts: Johanna ist zwar die Tochter eines Richters, vertritt aber sozialistische Ideale. Darum unterrichtet sie Frauen, um ihnen zu einem besseren Leben zu verhelfen. Eines Tages jedoch erscheint eine „ihrer“ Frauen nicht zum Unterricht – sie wurde ermordet. Gemeinsam mit Comissar Hermann Rieker versucht Johanna, den Mörder zu entlarven. Letztlich war mir der Krimi etwas zu einfach gestrickt, daher nur 3/5.
- Peter Mohlin und Peter Nyström: Die andere Schwester. John Adderley 2. Thriller, Onleihe. Zwei ungleiche Schwestern gründen eine Online-Datingagentur. Die eine ist die schöne Repräsentantin des Unternehmens, die andere, die von ihrer Schwester in ihrer Kindheit schwer verbrüht und damit entstellt wurde, ist das technische Mastermind. Die schöne Schwester wird eines Tages mit verätztem Gesicht und erstochen aufgefunden. Doch nicht nur dieser Mordfall beschäftigt John: Ganiru, der Drogenboss, dem er durch seinen Umzug nach Schweden entkommen wollte, hat ihn gefunden… Ich fand das Buch an vielen Stellen wirr und überkonstruiert. Leider gibt es in dieser Reihe keine einzige Figur, die man mag. 3/5.
- Mark Maraun: Alles ist Ökologie. Sachbuch, geschenkt bekommen. Maraun zeigt auf, in welchen Lebensbereichen Ökologie eine Rolle spielt, und daß sie weit tiefer in unser Leben eingreift, als wir oft meinen. Er begründet eine ökologische Ethik, indem er darlegt, daß es echten Altruismus gar nicht gibt, postuliert aber, daß wir aus Selbsterhaltungstrieb alles für eine Stabilisierung der Umwelt und der politischen Situation tun sollten. Für mich war die Lektüre etwas zäh, denn zum einen wird eigentlich nur das Offensichtliche benannt, zum anderen wimmelt das kurze Bändchen leider vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern. 2/5.
- Alain de Botton und John Armstrong: Wie Kunst Ihr Leben verändern kann. Sachbuch, Bibliothek. Die beiden Autoren gehen der Frage nach, wie Kunst es schaffen kann, unser Leben zu verändern, beispielsweise indem sie unseren Hunger nach Schönheit stillt, unser Denken für Neues öffnet, uns mit bisher Unbekanntem konfrontiert, und letztlich auch, indem sie uns daran erinnert, daß wir sterblich sind und daß es sich lohnt, Werte zu leben, hinter denen wir stehen und deren Erfüllung uns Stolz schenkt. Das Buch ist witzig geschrieben und ich habe an vielen Stellen lachen müssen; nichtsdestotrotz hilft es auch, Kunstwerke und künstlerisches Schaffen mit anderen Augen zu betrachten – und letztlich auch sich selbst mit ein bißchen mehr Nachsicht zu begegnen. 4/5.
- Linda Castillo: Aschetod. Kate Burkholder 16. Krimi, Bibliothek. Eines Nachts wird ein exkommunizierter Amischer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Ermittlungen ergeben bald, daß Milan Swanz ein schwieriger, gewalttätiger Mensch war und es viele gibt, die seinen Tod nicht bedauern. Bald erfährt Kate von einer Schattenorganisation innerhalb der Amischen, den Schwertlern. Gibt es sie überhaupt und wenn ja, was genau tun sie? Solider Krimi, hat mich gut unterhalten. Nur das ewig gleiche Strickmuster ist etwas langweilig. 3,5/5.
- Ken Follett: De brug naar de hemel. Kingsbridge-Saga 2. Roman, gekauft und mit meinem Mann zusammen gelesen. Ich fand die Geschichte an sich furchtbar langweilig, weil Follett immer wieder auf ganz stereotype Muster zurückgreift. 2/5.
- Callan Wink: Bärenzähne. Roman, Onleihe. 4,5/5. Die Brüder Thad und Hazan leben in Montana von illegaler Bärejagd und dem Verkauf von Brennholz. Ihr Geschäftspartner, ein ominöser Schotte, schlägt ihnen vor, abgeworfene Geweihstangen im Yellowstone Nationnalpark zu stehlen. Da die beiden finanziell in arger Bedrängnis sind, willigen sie schließlich ein, doch auf der Diebestour verletzt sich Thad schwer. Nun muß sein Bruder Hazan die Verantwortung übernehmen. Eines Tages ist der Schotte plötzlich tot und Hazen ist fort. Wie soll Thad nun alles bewältigen? Und was hat es mit Hazens Bemerkung auf sich, daß er vielleicht noch etwas anderes im Yellowstone gefunden hat? Ein tolles Buch über die Verantwortung, die wir füreinander tragen, über Familiengeheimnisse und die rauhe Schönheit der Natur. 4,5/5.
- Bonnie Garmus: Eine Frage der Chemie. Roman, gebraucht gekauft und in meinem Buchclub gelesen. USA, 50er bis 60er Jahre. Die Chemikerin Elizabeth Zott hat es schwer, denn als Frau in ihrem Beruf wird ihr kaum etwas zugetraut und sie hat schwer mit den Vorurteilen und dem Sexismus ihrer Kollegen und ihrer Vorgesetzten zu kämpfen. Da trifft sie Calvin Evans, seines Zeichens ebenfalls Chemiker, und die beiden verlieben sich innig. Kurze Zeit später jedoch stirbt Calvin. Nun muß die schwangere (aber unverheiratete) Elizabeth allein für sich und ihre Tochter sorgen. Auf diesem Weg kommt sie ans Fernsehen, wo sie eine Kochsendung moderiert, die aber eigentlich eine Sendung über Chemie ist. Das Buch fing superstark an und ließ dann leider stark nach. Vieles, was als vielleicht schrullig-liebenswertes Merkmal gedacht war, hat für mich nicht funktioniert. Leider nur 3/5.
- Hampton Sides: The Wide Wide Sea – The Final, Fatal Adventure of Captain James Cook. Sachbuch, Bibliothek. Zwischen 1776 und 1780 waren zwei Schiffe, die HMW Resolution und die HMS Discovery, auf den Weltmeeren unterwegs. Kapitän dieser Reise war James Cook. Für ihn war es die dritte große Entdeckungstour – und leider auch seine letzte, denn er wurde 1779 auf Hawaii ermordet. Sides gelingt es, seinen heutigen Lesern das Mindset der Briten zu Cooks Zeiten zugänglich zu machen. Das Buch ist exzellent recherchiert, unterhaltsam geschrieben und bietet darüber hinaus Erklärungsansätze, die nachvollziehbar machen, warum Cook auf Hawaii erst als Gott verehrt und dann brutal ermordet wurde. Sehr interessant! 4,5/5.