- Frauke Buchholz: Endzeit. Ted-Garner-Reihe 4. Thriller, Onleihe. Noch bevor Garner eine Affäre mit der Frau eines ehem. Kollegen beginnen kann, wird diese erschossen (aber merkwürdigerweise ermittelt niemand). Zwei Jahre später führt Garner eine Praxis für Psychotherapie, als sein ehem. Chef Ethan Walker ihn bittet, als Profiler im Mordfall an einer Mutter und zweien ihrer Kinder zu arbeiten. Vom jüngsten Sohn und dem Vater fehlt jede Spur und bald darauf meldet sich ein Entführer. Bei der Geldübergabe geht alles schief, was schief gehen kann, und der Entführer entkommt. Monate später wird der Junge schwerkrank in der Notaufnahme in einem Kaff in den Territories aufgefunden. Garner fährt an den Great Slave Lake und nimmt die Spur wieder auf. Das Buch wirkte auf mich unambitioniert zusammengeschustert und wird langweilig und belanglos erzählt. Hier ein bißchen Trauma, da ein bißchen Rassismus, dazu noch ein wenig Verschwörungstheorien und fertig ist der Folgeband. Hat mich überhaupt nicht überzeugt. 3/5.
- Shrabani Basu: Victoria und Abdul – Die Queen und ihr treuester Diener. Sachbuch, gebraucht gekauft und bereut. Im Jahr 1887 läßt sich die englische Königin Victoria vier Bedienstete aus Indien schicken. Einer von ihnen, Abdul Karim, steigt schon bald in ihrer Gunst auf, avanciert zu ihrem Munshi (Sprachlehrer) und nimmt einen sehr großen Raum in ihrem Leben ein, sehr zum Mißfallen der gesamten Hofhaltung. Abdul Karim nutzt seine Stellung bei der Königin nämlich auch zu seinem und dem Vorteil seiner Familie aus. Nach Victorias Tod wird er nach Indien zurückgesandt, wo er 1909 stirbt. Heute erinnert kaum mehr etwas an ihn. Ich habe das Buch für eine Leserunde ausgewählt, weil es in einem anderem Buch (über die britischen Opiumgeschäfte in Indien und China) lobend erwähnt wurde, aber dieses Lob leuchtet mir nicht ein. Basu macht sich nicht die Mühe, ihr Thema lesenswert aufzubereiten, sondern reiht endlos Fakten, Daten und Personen, skizziert ihre Kabbeleien (die man irgendwie langweilig findet) und ihre persönlichen Animositäten. Gähn. Am Ende blieb für mich als Fazit nur: tja. 1,5/5.
- Raven Kaldera: Hell on Wheels. Sachbuch, als e-book gekauft. In diesem Teil der Reihe kommen behinderte und chronisch kranke Doms zu Wort bzw. ihre Partner und Subs. Wieder sehr erhellend, mit vielen guten Ideen. 4,5/5.
- Hunter S. Thompson: Rum Diary. Roman, gebraucht gekauft und in einer Leserunde gelesen. Im Jahr 1959 kommt der Journalist Paul Kemp nach Puerto Rico, säuft eine Menge Rum, kriegt es mit alkoholisierten und irren Menschen zu tun – und dann ist der Roman schon zuende. Zum Teil brilliant geschrieben, mit bitterbösem Humor durchsetzt, aber für mich insgesamt etwas unbefriedigend, weil es bei einer Momentaufnahme bleibt. 3/5.
- Marian Green: A Harvest of Festivals. Sachbuch, Bibliothek. Green hat in England und Wales einige der populärsten jahreszeitlichen Feierlichkeiten besucht und berichtet in ihrem Buch farbenfroh und sehr lebendig vom gelebten Brauchtum, das oft pagane Wurzeln hat. Das Buch ist bereits 1979 erschienen und hat bei mir viel Nostalgie ausgelöst. Hat mir gut gefallen. 4/5.