Gelesene Bücher im Juni 2026

  • Owen Rees: Eine unerzählte Geschichte der Antike. Sachbuch, Bibliothek. Im Geschichtsunterricht und in den Medien geht es vor allem immer um die Griechen und die Römer, wenn von der Antike die Rede ist, doch in der sog. „Peripherie“ der Reiche des Mittelmeerraums gab es ebensolche Großreiche, gab es vielfältige Kulturen und regen Handel. Rees bereist mit seinem Leser einige dieser Orte und erklärt anhand von Ausgrabungsfunden und Aufzeichnungen, welche Menschen dort gelebt haben, wie ihr Alltag aussah, welchen Herausforderungen sie sich stellen mußten und wie ihre Kultur sich formte. Vom Hadrianswall in Schottland über Taxila im heutigen Pakistan bis hin zu Aksum im heutigen Äthiopien führt die Reise. Ein tolles, wichtiges Buch. 4/5.
  • Harald Meller, Kai Michel und Carel van Schaik: Die Evolution der Gewalt. Sachbuch, Bibliothek. Die Autoren betrachten, ob Gewalt und Krieg in den menschlichen Genen verankert ist (nein) und wo dann ihre Wurzeln liegen. Als problematische Hauptfelder werden Patriarchat und Monotheismus herausgearbeitet, wobei sie überraschender- und erfrischenderweise klare Worte finden. Ein kluges, sehr weit und tief reichendes Buch. Hätte mir an vielen Stellen größere Ausführlichkeit gewünscht, weil das Thema so spannend und das Buch so gut geschrieben ist. 5/5.
  • Victoria Hegner: Hexen in der Großstadt – Urbanität und neureligiöse Praxis in Berlin. Sachbuch, Bibliothek. Hegner ist habilitierte Anthropologin und forscht an der Universität Göttingen. In ihrem Buch legt sie ihre mehrjährigen Forschungen zu den Hexen in Berlin dar. Kernthesen sind: das städtische Umfeld befördert das Hexentum – private und liminale Örtlichkeiten sind zentraler Bestandteil des Hexentums – das Hexentum befindet sich ständig zwischen dem Wunsch nach Abgeschiedenheit und Öffentlichkeit. Das Buch ist eine akademische Veröffentlichung und auch so verfaßt. Für mich war es an vielen Stellen sehr erheiternd, den forschend-distanzierten Blick auf das Hexen- und Neuheidentum zu werfen. 4/5.
  • Karl Banghard: Die wahre Geschichte der Germanen. Sachbuch, Bibliothek. Banghard ist Leiter des Freilichtmuseums Oerlinghausen und da dies in nationalsozialistischer Zeit entstanden ist, ist vielleicht verständlich, warum ihm so sehr am Herzen liegt, die Germanen™ aus ihrem völkischen Kontext zu lösen. Sicher ein hehres Anliegen, aber mich störte dieses Kontextuierung beim Lesen, weil ich etwas über Geschichte lernen und nicht politisch belehrt werden wollte. Banghard nimmt seine Leser mit auf eine Reise quer durch germanisches Gebiet und zeigt auf, daß sie dezentral organisiert,  hochmobil und von römischer Kultur beeinflußt waren. Insgesamt ein gutes Buch, wenngleich mich der leicht schnodderige Ton etwas gestört hat. 4/5.
  • J. Todd Scott: Die weite Leere. Roman, Bibliothek. Caleb Ross, Sohn des Sheriffs der kleinen Stadt Murfee in Texas, vermutet, daß sein Vater nicht nur seine Mutter, sondern auch seine zwei früheren Partnerinnen getötet hat. In Chris Cherry, der nach einer Sportverletzung nach Murfee zurückkehrt und die Stelle des Deputy annimmt, findet er einen Verbündeten, als dieser ein Skelett in der „weiten Leere“, in der Wüste findet. Das Setting war toll, aber der Roman ist einfach mal 150 Seiten zu lang und enthält dem Leser einige Auflösungen vor.  3,5/5.
  • Arnold Muhl, Harald Meller und Klaus Heckenhahn: Tatort Eulau – Ein 4500 Jahre altes Verbrechen wird aufgeklärt. Sachbuch, Bibliothek. In dem kleinen Örtchen Eulau in Sachsen-Anhalt wurden vor 4500 Jahren 13 Menschen brutal ermordet und anschließend in Gemeinschaftsgräbern beigesetzt, was zur damaligen Zeit eher ungewöhnlich war und auch den heutigen Betrachter noch anrührt, denn ihre Körper wurden einander zugewandt und sich berührend bestattet. Wer waren die Opfer, wer die Täter? Der schmale Band legt akribisch dar, was sich mit modernen Forschungsmethoden herausfinden läßt. Für mich war besonders interessant, wie viele Dinge sich hier bereits abzeichneten, die Meller/Michel/van Schaik rund 15 Jahre später mit ihrem Buch über „Die Evolution der Gewalt“ aufgreifen sollten. Trotzdem fand ich das Buch leider zu kurz. 3/5.
  • S.A. Cosby: Die Rache der Väter. Krimi, Bibliothek. Nachdem ihre Söhne, die miteinander verheiratet waren, auf offener Straße erschossen wurden, raufen sich Ike und Buddy Lee zusammen, um die Verantwortlichen zu finden und sich zu rächen. Es entspinnt sich eine typische Rache-Story mit einem ziemlich typischen Ende, aber was das Buch lesenswert macht, sind zum einen die Milieuschilderungen, zum anderen aber auch die Auseinandersetzung mit der Schwulenfeindlichkeit der beiden Protagonisten, die tragischerweise erst nach ihrem Tod erkennen können, wie sehr sie ihre Söhne geliebt und geschätzt haben. 4,5/5.
  • Harald Meller und Kai Michel: Die Himmelsscheibe von Nebra. Sachbuch, Bibliothek. Als Anfang der 2000er zwei Raubgräber auf dem Mittelberg in Sachsen-Anhalt auf eine mit dicker Patina bezogene Scheibe stießen, konnte niemand ahnen, welche Aufschlüsse sie samt ihrem Hort zu geben imstande wäre. Doch bevor die Forscher ans Werk gehen konnten, mußte die Scheibe erst einmal bei einer internationalen Polizeiaktion sichergestellt werden, bei der Meller den Part des Lockvogels übernahm. In aufwendigen Forschungsreihen wurde herausgefunden, daß die Himmelsscheibe das Geheimnis der Schaltjahre in sich trägt, damit eine Insignie der Macht in einer stark hierarchisierten Gesellschaft war und daß es bereits um 2000 v.Chr. in Mitteldeutschland eine Art Königtum gab. Spannend geschrieben, sehr ausführlich und durchaus unterhaltsam. 4/5.
  • Sabina Magliocco: Neo-Pagan Sacred Art and Altars – Making Thigs Whole. Sachbuch, Bibliothek. Magliocco hat in der neo-paganen Szene der USA über deren Kunstbegriff geforscht. Der vorliegende schmale Band faßt ihre Erkenntisse zusammen: Heiden sind sehr individuell und jederzeit bereit, Symbole und Mythen auseinanderzunehmen und neu zu interpretieren bzw. neu zusammenzusetzen. Nett geschrieben, schöne Fotos. 4/5.

Speiseplan #499

  • Montag: Bratwurstgeschnetzeltes und Salat
  • Dienstag: Pasta mit rotem Gemüsepesto, dazu Salat
  • Mittwoch: Zucchiniquiche mit Tomaten, dazu Salat
  • Donnerstag: Black Bean and Garlic Chicken mit Pilzen und Paprika, dazu Salat
  • Freitag: Thaisalat
  • Samstag: Kohlrabi mit Bratwurstschnecke und Salat
  • Sonntag: Shakshuka mit weißen Bohnen, dazu Salat

Speiseplan #498

  • Montag: Pasta mit Pilzen, Sahne, Pesto und Speck
  • Dienstag und Mittwoch: Gemüsesuppe mit grünen Bohnen
  • Donnerstag: Blumenkohltortilla
  • Freitag: Gyros Bowl
  • Samstag: Würstchengulasch
  • Sonntag: Erbsencurry

Speiseplan #497

  • Montag: Rosmarinhähnchen und Salat
  • Dienstag: Linsenspieße und Salat
  • Mittwoch: Pasta mit Pilzbolognese und Salat
  • Donnerstag und Freitag: veganes Chili und Salat
  • Samstag: Kohlrabi mit Linsen, dazu Salat
  • Sonntag: Ratatouille, Fisch Müllerin Art und Salat

Speiseplan #496

  • Montag: Burger im Bun, dazu Salat und Erbsen
  • Dienstag: Pilzbolognese
  • Mittwoch: Gemüsecurry mit Hackbällchen
  • Donnerstag: Kohlrabi-Möhren-Pfanne mit Paprikaomelette und Salat
  • Freitag: Speckpfannkuchen mit Frühlingsquark und Salat
  • Samstag: Zucchinifächer und Salat
  • Sonntag: Chop Suey, dazu Salat

Gelesene Bücher im Mai 2026

  • Simon Beckett: Knochenkälte. David-Hunter-Reihe 7. Thriller, gekauft. In einem Schneesturm kommt Hunter vom Weg ab und landet in einem Kaff, wo er zugeschneit und durch eine Verkettung (dummer) Umstände von der Außenwelt abgeschnitten wird. In diesem superkonstruierten Setting werden dann auch noch diverse Leichen gefunden, just in diesem Moment, und am Ende ist der Täter genau der Typ, den man von Anfang an ätzend findet. Au Mann, was war das denn?!  2/5.
  • Kate Elizabeth Russell: Meine dunkle Vanessa. Roman, Bibliothek. Die 15jährige Vanessa beginnt ein Verhältnis mit ihrem 42jährigen Lehrer Jacob. Fast 20 Jahre später wird dieser von einer anderen Schülerin des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt und Vanessa muß sich im Zuge dessen ihrer eigenen Geschichte mit ihm stellen. Das Buch wurde und wird kontrovers diskutiert, darum hat es mich interessiert. Ich bin allerdings nicht imstande, das herauszulesen, was andere in dem Buch sehen. Für mich waren z.B. beide Hauptfiguren sehr unsympathisch und manipulativ. Interessante Figuren kamen nur am Rande vor und wurden direkt wieder demontiert. Zudem war die Absicht des Romans – die Empörung des Lesers – so offensichtlich, daß  ich mich als Leser irgendwie unangenehm berührt fühlte…von der Autorin, nicht vom Inhalt des Buchs. Alles in allem nur 2/5.
  • Wolf-Dieter Storl: Die Magie der Sonnenwenden. Sachbuch, Bibliothek. Storl erzählt von den Sonnenwenden, betrachtet das mit ihnen verknüpfte Brauchtum und die Pflanzen, die sie begleiten, und liefert damit genau das, was man von ihm erwartet. Ein schönes Buch, gut zu lesen und sehr stimmungsvoll. 4/5.
  • Lorraine Monteagut: Moderne Hexenkunst für Dummies. Sachbuch, Bibliothek. In der typischen Art der Dummies-Bücher erklärt die Autorin die Wurzeln des Hexentums, seine gängigen Praktiken und Symbole und wie man zu einer eigenen Praxis kommen kann. An sich alles gut und schön, aber das Buch richtet sich eher an Anfänger und die Übersetzung ist richtig übel (ich würde darauf wetten, daß eine KI das verbrochen hat). 3/5.
  • Stefan Weidner: Yoga oder die sanfte Eroberung des Westens durch den Osten. Sachbuch, Bibliothek. Weidner gibt einen Überblick über die Phasen, die Yoga in seinem Ursprungsland Indien, später aber auch beeinflußt durch den Westen (und in Einfluß auf ihn) durchlaufen hat. Ich habe viel Neues gelernt, mußte etliche Passagen mehrmals lesen, weil sie so fordernd waren, habe etliche Bücher aus der Bibliographie in meine Leseliste überführt und bin total begeistert. Tolles Buch! 4,5/5.
  • Matthew Reilly: Der große Zoo von China. Roman, gebraucht gekauft. Die Chinesen bauen einen spektakulären Zoo, deren Hauptattraktion Drachen sind, die tief in der Erde eingegraben das große Sterben der Dinosaurier vor 65 Mio. Jahren überstanden haben. Nun haben sie die ersten Gäste eingeladen, darunter hohe Parteifunktionäre, aber auch einige Amerikaner. Ziel: die Gäste gebührend beeindrucken und damit die weltweite Werbetrommel rühren. Leider erweisen sich die Drachen jedoch als nicht besonders kooperativ und es dauert nicht lange, bis das absolute Chaos losbricht. Reilly sagt über seinen Roman, daß er von „Jurassic Park“ inspiriert wurde. Nachvollziehbar, aber die Umsetzung ist leider irgendwie lahm und trashig, zudem schlecht geschrieben. Mich hat das Buch nicht erreicht. 2,5/5.
  • Stanilas Dehaene: Lesen. Sachbuch, Bibliothek. Dehaene ist Neurowissenschaftler und Leseforscher. Er untersucht Gehirne, um herauszufinden, wie genau wir lesen, wo das Lesen stattfindet, wie Menschen lesen lernen und warum wir überhaupt die einzige Spezies sind, die lesen kann. Sehr interessant, allerdings war mir das Buch an vielen Stellen etwas zu ausführlich. 4/5.

Speiseplan #495

  • Dienstag: Pilzbolognese und Salat
  • Mittwoch: Kung Pao und Salat
  • Donnerstag: Kohlrabi-Hühnchen-Pfanne und Salat
  • Freitag: Gemüsecurry und Salat
  • Samstag: Thaisalat mit Tofu
  • Sonntag: Bohnen mit Fleischwurst und Speck, dazu Salat

Speiseplan #494

  • Montag: Szechuan Spaghetti und Salat
  • Dienstag: Köfte und Auberginen, dazu Salat
  • Mittwoch: gefüllte Zucchini mit Feta, dazu Salat
  • Donnerstag: Gyros Bowl
  • Freitag und Samstag: Zwiebelsuppe, dazu Salat
  • Sonntag: Bohnengratin und Salat
  • Montag: Rahmspinat mit Käseomelette, dazu Salat

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