Speiseplan #493

  • Montag: Bratwurstgeschnetzeltes, dazu Salat
  • Dienstag: Pasta mit rotem Gemüsepesto, dazu Salat
  • Mittwoch: Bratwurstschnecke, Kohlrabi und Hollandaise, dazu Salat
  • Donnerstag: Zucchinigemüse mit Minze und Chili, dazu Paprikaomelette und Salat
  • Freitag: Chop Suey mit Hühnchen, dazu Salat
  • Samstag: Erbsensuppe mit Pesto und Mandeln, dazu gebackener Feta und Salat
  • Sonntag: braunes Linsencurry und Salat

Gelesene Bücher im April 2026

  • Harald Meller et al.: Magie – das Schicksal zwingen. Ausstellungskatalog, Bibliothek. Viele Bilder, knappe Erklärungen, quasi ein Museumsbesuch in Buchform. Hat mir gut gefallen, war schnell anzugucken. 4/5.
  • Douglas Preston und Lincoln Child: Demon – Sumpf der Toten. Pendergast 15. Thriller, gebraucht gekauft. Ein Bildhauer beauftragt Pendergast mit privaten Ermittlungen zum Diebstahl seiner Weinsammlung, doch der Special Agent stellt fest, daß der Wein lediglich als Ablenkungsmanöver diente, denn eigentlich geht es um einen in einer Wandnische versteckten Toten. Pendergast und Constance ermitteln in der Kleinstadt, immer behindert vom Polizeichef und dem örtlichen Klüngel, bis sich in einer Sturmnacht ein grauenhaftes Monster im Ort zeigt und eine Menge Menschen tötet – just, als der Fall gerade gelöst scheint. Hat mir viel Spaß gemacht, tolles Setting, sehr stimmungsvoll und wie immer total abwegig 🙂 4/5.
  • Jules Acton: Oaklore – Adventures in a World of Extraordinary Trees. Sachbuch, Bibliothek. Ein Buch über Eichen, von den Wurzeln bis in die Blattspitzen. Acton berichtet über einige Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die mit, auf und von der Eiche leben, erzählt von interessanten Begegnungen mit anderen Naturenthusiasten und Forschern und gibt viele Tips und Hinweise, wie man sich für Eichen und damit für die Natur als solche einsetzen kann. Nett geschrieben. 3,5/5.
  • David Joy: Wo alle Lichter enden. Roman, Bibliothek. Der 18jährige Jacob ist in zerrütteten Verhältnissen aufgewachsen: sein Vater ist ein großer Fisch im internationalen Meth-Handel, seine Mutter eine Süchtige. Als er und zwei „Mitarbeiter“ seines Vaters einen Mord verpatzen,  macht sein Vater ihn zum Komplizen beim Mord an den anderen beiden Männern. Jacob, der an sich einen starken moralischen inneren Kompaß hat, sieht sich außerstande, der Gewalt, die das Leben mit seinem Vater bedeutet, zu entgehen. Als er daher seine Chance wittert, verbündet er sich mit einem Polizisten, um sich an seinem Vater zu rächen und mit seiner großen Liebe Maggie und einem Batzen Geld abzuhauen. Doch dann betrügt der Polizist ihn… Gut geschrieben, aber mir schien es nicht so glaubwürdig, daß ein reflektierter Mensch wie Jacob tatsächlich daran glaubt, daß es sein „vorherbestimmtes Schicksal“ ist, am Ende draufzugehen. Ich hätte es besser gefunden, wenn er einfach mit Maggie abgehauen wäre. 3,5/5.
  • Sy Montgomery: What The Chicken Knows. Sachbuch, Bibliothek. Montgomery hält seit vielen Jahren Hühnern und in ihrem Buch erzählt sie ein wenig von ihnen, ihrem Einfühlungsvermögen, ihrem Humor und der Art, wie sie ihr Leben zusammen mit ihren Menschen leben. Leider gibt es wenig Informationen über Hühner als solche – das hätte das Buch abgerundet. Hat mir dennoch gut gefallen. 4/5.
  • Arturo Pérez-Reverte: Der Club Dumas. Roman, gebraucht und zerfleddert gekauft. Der auf antiquarische Ausgaben spezialisierte Buchhändler Lucas Corso wird von einem reichem Kollegen damit beauftragt, die Authentizität dessen Exemplars eines okkulten Buchs (Die Neun Pforten) festzustellen. Zeitgleich beauftragt ein befreundeter Buchhändler ihn damit, Recherchen über einige handschriftliche Seiten anzustellen, die mutmaßlich von Dumas stammen. Corso reist daraufhin zu den anderen Besitzern der Exemplare der Neun Pforten, trifft dabei auf ein mysteriöses Mädchen, wird von einem gruseligen Mann mit Schmiß verfolgt und gerät allmählich immer tiefer in den faszinierenden Sog, der von den beiden Werken ausgeht. Was für ein Lesespaß! Ich kannte bisher nur den Film und der wird dem Buch leider nicht gerecht. Hat mich gut unterhalten, war klug  geschrieben und ist sicherlich für belesene, gebildete Leser interessanter als für andere (klingt arrogant, aber die richtige Lesefreude stellt sich vor allem dann ein, wenn man die ganzen Anspielungen und Verweise auf andere Werke versteht). 4,5/5.
  • Griffith Institute (Hg.): Howard Carter und das Grab des Tutanchamun – Geschichte einer Entdeckung. Sachbuch/Bildband, Bibliothek. Anhand von 50 ausgewählten Objekten zeichnet das Buch die Entdeckung und Ausgrabung des Grabs von Tutanchamun nach. Leider legt das Buch mehr Wert auf die „Wiedergutmachung“ des Kolonialismus als auf die Beantwortung der Fragen, die die Fotos aufwerfen, daher nur 3,5/5.
  • Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer. Sachbuch, Bibliothek. Als 1816 in Indonesien der Tambora ausbrach, hatte das weltweite Folgen auf das Klima, die Bevölkerung, die Politik, die Kunst und im Grunde auch auf alle anderen Gebiete. So wurde die Gründung von Sparkassen und Versicherungen vorangetrieben, Flüsse wie der Rhein begradigt, Kanäle gebaut (welche wiederum langfristig bestimmte Regionen und Städte beförderten, wie z.B. New York und Chicago), eine umfassende Armenfürsorge geschaffen und vieles weitere mehr, als direkte Folgen der Tambora-Krise. Sehr interessantes Buch, aber echt drög geschrieben. 4/5.
  • Douglas Preston: Extinction – Wenn das Böse erwacht. Thriller, Bibliothek. In einem Resort, das nur Superreichen offen steht, werden Tiere des Paläozäns durch DNA-Manipulation zum Leben erweckt. Als ein Ehepaar brutal ermordet wird, schalten sich auch das CBI und der örtliche Sheriff ein. Das Unternehmen, dem der Park gehört, zeigt sich kooperativ, doch was genau geht in den alten Minenschächten vor sich? Warum werden Menschen kannibalisiert, warum muß ein junges Wollmammut sterben? Ungefähr bis zur Hälfte ist das Buch wahnsinnig spannend, dann denkt man „oh nein, er wird doch nicht…?“ – aber Preston tut genau das, von dem man hofft, daß er es nicht tut. Er erweckt Neandertaler zum Leben und macht aus ihnen wütende Mordmaschinen. Uff. Das war mir zu platt, zu eindimensional, insbesondere weil er in seinem gut recherchierten Nachwort eigentlich selbst sagt: Neandertaler waren zu Empathie fähig. Was er ihnen im Roman abspricht. Daher irgendwie unbefriedigend und ein bißchen doof. 2,5/5.
  • Hiroko Yoda: Eight Million Ways To Happiness. Sachbuch, Bibliothek. Yoda berichtet nahbar und sehr persönlich von japanischer Spiritualität, die eine interessante Mischung aus Shinto, Buddhismus, Shugendo und Ahnenkult ist, obwohl sich die meisten Japaner gar nicht als religiös oder spirituell betrachten. Hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich habe viele neue Aspekte kennengelernt. Tolles Buch! 4,5/5.
  • Matthew Reilly: Das Turnier. Historischer Krimi, gebraucht gekauft. Im Jahr 1546 reist die 13ährige Elizabeth Tudor mit ihrem Lehrer Roger Ascham und einer Delegation nach Konstantinopel, wo Sultan Suleiman ein Schachturnier ausrichtet. Kurz nach ihrer Ankunft wird ein Kardinal grausam verstümmelt und ermordet aufgefunden. Suleiman bittet Mr. Ascham, den Mörder zu ermitteln, und Elizabeth hilft ihm dabei tatkräftig. Dem Leser begegnen bei den Ermittlungen viele historische Figuren, u.a. Michelangelo, Iwan der Schreckliche u.a.m. Auch das Setting – der Topkapi-Palast und die innere Stadt von Konstantinopel – tragen zum Lesegenuß bei. Hat mir ausgesprochen gut gefallen, war sehr kurzweilig. 4,5/5.

Speiseplan #491

  • Montag: Szechuan Spaghetti, dazu Salat
  • Dienstag: Frikadellengratin, dazu Salat
  • Mittwoch: Blumenkohlcurry, dazu Salat
  • Donnerstag: Gyros Bowl
  • Freitag: gefüllte Zucchini mit Feta, dazu Salat
  • Samstag und Sonntag: Selleriegratin mit Fischstäbchen bzw. Omelette, dazu Salat

Speiseplan #490

  • Montag: Rahmporree und Pilzomelette, dazu Salat
  • Dienstag: Pasta mit Tomatensauce und Grillgemüse, dazu Salat
  • Mittwoch: Blumenkohl, Hollandaise und Leberkäse, dazu Salat
  • Donnerstag: Burrito Bowl
  • Freitag: gefüllte Zucchini mit Tomaten und Mozzarella, dazu Salat
  • Samstag: Bohnen mit Fleischwurst und Speck, dazu Salat
  • Sonntag: Erbsencurry, dazu Salat

Buchclubs – abschließende Gedanken

Nach meiner Enttäuschung mit meinem ersten Buchclub hatte ich beschlossen, dem zweiten Buchclub noch eine Chance zu geben. Wir hatten mittlerweile neun Bücher gemeinsam gelesen (meist seichten Kram), als ich mein Buch aussuchen durfte. Ich wählte „Der Club Dumas“ von Arturo Pérez-Reverte. Zum einen stand das Buch schon lange auf meiner Leseliste, zum anderen wählte ich es auch deswegen aus, weil es versprach, eine Menge Diskussionsstoff zu bieten.

In der zweiten Gruppe sind wir acht Leute. Drei sagten direkt, daß sie das Buch nicht mitlesen würden, also wären wir zu fünft gewesen. Eine Teilnehmerin gab zweimal Laut, daß sie angefangen hätte, das Buch zu lesen. Eine andere las ungefähr bis Kapitel 3, schwieg danach. Der Rest sagte gar nichts dazu und ich weiß nicht einmal, ob sie angefangen haben, das Buch zu lesen. Bei der vereinbarten Lesegeschwindigkeit hatte ich mich komplett rausgehalten und die anderen hatten angegeben, ihnen sei ein Kapitel pro Tag recht. Nach einer Woche bestand die Diskussion zu dem Buch eigentlich nur darin, daß ich meine Gedanken zu den jeweils gelesenen Kapiteln in der Gruppe postete und darauf meist keine Reaktion erhielt. Während ich Kapitel 8 las, fragte ich mich, wozu ich mir das eigentlich antue. Ich lese normalerweise schneller, hatte mich aber gebremst, um bei einer Diskussion alles frisch im Kopf zu haben, nur daß diese eben nicht stattfand. Das Ganze entpuppte sich also als völlig witzlos, so daß ich entschied, die Leserunde abzubrechen. Nun kann ich das Buch in meinem Tempo beenden und ich gehe davon aus, daß ich kein Gegenüber brauche, um es zu ergründen.

Für mich ist damit die Sache mit den Buchclubs endgültig gestorben, was ich schade finde. Ich glaube nach wie vor, daß es viel Freude machen kann, sich über gemeinsam gelesene Bücher auszutauschen, insbesondere dann, wenn man sich darüber einig ist, daß man tief eintauchen möchte, z.B. durch zusätzliche Recherche, weiterführende Literatur und Diskussionen. Ich hätte es auch schön gefunden, zum Abschluß noch die Verfilmung des Buchs zu gucken und zu besprechen, und wäre auch offen gewesen für andere Aktionen, vielleicht Kunstprojekte, das Ausprobieren bestimmter Speisen/Getränke, die in Verbindung zu einem Buch stehen, oder ähnliches. Ich denke, man könnte da sehr kreativ werden und aus so einem Buchclub eine coole gemeinsame Erfahrung machen.

Mir drängt sich aber der Eindruck auf, daß es mit Buchclubs ähnlich ist wie mit anderen Subscriptions auch: viele Leute brauchen einen „Vortänzer“, der Dinge an ihrer Stelle macht, damit sie sie nicht machen müssen, sich aber einreden können, sie würden quasi daran teilhaben. Das ist auch etwas, das ich in Kunstkursen oder sogar bei vielen YouTube-Kanälen sehe und halt einfach nicht mein Ding. Ich bin proaktiv, aber ein Buchclub erfordert das eigentlich nicht, insbesondere wenn dort vor allem Unterhaltungsromane mit wenig Tiefgang gelesen werden, bei denen es genügt, sich gegenseitig zu versichern, wie süß der Protagonist ist oder wie knuffig die weibliche Hauptfigur. Klar, nicht jeder ist auf Tiefgang aus, und es ist völlig legitim, sich von einem Buch einfach berieseln zu lassen. Traurig wird das Ganze jedoch, wenn man eigentlich bei der Gründung des Buchclubs abgemacht hat, daß man auch Klassiker oder das lesen wird, was als Literatur gilt.

Das stramme Schweigen in meiner Gruppe hat mich verletzt, insbesondere auch nach der Erfahrung in meiner ersten Buchgruppe. Für den Moment bin ich damit jetzt erstmal durch, könnte mir aber vorstellen, daß ein Buchclub mit den passenden Menschen bereichernd sein kann. Bis dahin ist meine Lesewunschliste zum Glück quasi unendlich lang. Ohne die Mitgliedschaft in einem Buchclub bleibt nun mehr Zeit und Energie für eigene Bücher – das bleibt unterm Strich als positiv stehen.

Speiseplan #489

  • Montag und Dienstag: Disco Stew und Salat
  • Mittwoch: Pilzbolognese, dazu Salat
  • Donnerstag: Fischstäbchen, Blumenkohlpüree und Erbsen, dazu Salat
  • Freitag: Thaisalat mit Tofu
  • Samstag: Chop Suey mit Hühnchen, dazu Salat
  • Sonntag: Spinat, Leberkäse und Spiegelei, dazu Salat

Speiseplan #487

  • Montag: Rahmporree und Pilzomelette, dazu Salat
  • Dienstag: Szechuan Spaghetti, dazu Salat
  • Mittwoch und Donnerstag: Chili, dazu Salat
  • Freitag: Thaisalat mit Erdnüssen und Tofu
  • Samstag: veganes Jalfrezi, dazu Salat
  • Sonntag und Montag: Linsensuppe, dazu Salat

Gelesene Bücher im März 2026

  • Harald Meller und Kai Michel: Griff nach den Sternen. Nebra, Stonehenge, Babylon: Reise ins Universum der Himmelsscheibe. Sachbuch, Bibliothek. Ungefähr 1800 v. Chr. wurde die Himmelsscheibe von Nebra gefertigt und mehrmals überarbeitet, bevor sie 200 Jahre später vergraben wurde. Erst 3600 Jahre später wurde sie wiedergefunden und wird seither erforscht. Die Autoren fassen den aktuellen Stand der Forschung zusammen und zeichnen dabei mögliche Beziehungen zwischen Stonehenge, Nebra, Ägypten und Babylon sowie weiteren Kulturen, die in der Bronzezeit florierten, nach. Unterhaltsam geschrieben, viele Abbildungen, ein rundum gelungenes Buch! 5/5.
  • James Kestrel: Fünf Winter. Thriller, Bibliothek. Hawaii, 1941: ein junger Amerikaner und seine japanische Freundin werden bestialisch ermordet. Detective Joe McGrady ermittelt und seine einzige Spur führt ihn  nach Hongkong, just in dem Moment, indem die Japaner die Insel einnehmen und Pearl Harbor angreifen. McGrady wird als mutmaßlicher amerikanischer Spion nach Tokyo deportiert, wo ihn der Onkel des ermordeten Mädchens rettet und in seinem Haus versteckt. Nach Kriegsende kehrt McGrady nach Hawaii zurück und nimmt den Fall wieder auf. Was für ein Hammerbuch! Ich mochte alle Figuren, sogar die Fiesen, ich habe den Schreibstil geliebt, den Plot, alles. Kestrel hat absolut alles richtig gemacht, auch das Ende. Das Buch ist brutal und wuchtig, zärtlich und poetisch, und es hat mich echt im Sturm erobert. Ich finde es so phantastisch, daß ich es mir nach der Lektüre noch gekauft habe, weil ich sicher bin, daß ich dieses Buch besitzen und wieder und wieder lesen will. 6/5 🙂
  • Johan Rundberg: Mika Mysteries 1 – Der Ruf des Nachtraben. Stockholm, 1880: während eines besonders harten Winters leiden vor allem die Kinder im Waisenhaus unter Kälte und Hunger. Mika, die mit ihren zwölf Jahren so etwas wie die Rolle einer Hausmutter innehat und auch in der örtlichen Schenke aushilft, wird zufällig die Gehilfin des Polizisten Valdemar. Dieser macht Jagd auf einen Serienmörder, der sich „der Nachtrabe“ nennt. Ich fand, das Buch ist zu gruselig und detailliert für Kinder ab zehn, Handlung und vor allem die Figur Mika sind schon sehr unglaubwürdig. Ganz unterhaltsam ist die Geschichte dennoch, aber ich würde sie einem Kind wohl erst ab 13 oder 14 zum Lesen geben. 3/5.
  • Douglas Preston und Lincoln Child: Labyrinth – Elixier des Todes. Agent Pendergast Teil 14. Thriller, gebraucht gekauft. Eines Abends wird Alban, Agent Pendergasts Sohn, tot auf dessen Türschwelle in New York abgelegt. Bei der Obduktion findet man einen Türkis im Magen des Toten, der Pendergast zu einer Mine in Kalifornien führt. Dort gerät er in einen Hinterhalt und muß nun nicht nur den Mord an Alban aufklären, sondern auch um sein eigenes Leben fürchten. Zum Glück stehen ihm D’Agosta, Margo Green und Constance zur Seite… Mir hat sehr gut gefallen, daß weite Teile des Thrillers mal wieder im Museum spielen und daß es auch ein Wiedersehen mit Alban und anderen Figuren der Pendergast-Familie gibt. Unterhaltsam, spannend, natürlich völlig abwegig und sehr gut lesbar 🙂 4/5.
  • Jeffery Deaver: Die Rache des Uhrmachers. Thriller, gekauft. In New York City werden Anschläge auf große Baukräne verübt, Ron Pulaski wird vorgeworfen, er sei unter Fentanyl-Einfluß in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen und scheinbar ist auch der Präsident in Gefahr. Lincoln Rhyme, seine Frau Amelia Sachs und ihr Team ermitteln. Leider hat das Buch für mich überhaupt nicht funktioniert – denn wer weiß, wie die Rhyme-Thriller gestrickt sind, hat das Gefühl, das alles schon einmal gelesen zu haben. In Band 16 der Reihe wirkt alles etwas zäh und langweilig, ich zumindest habe mir sehnlichst mal einen anderen Plot gewünscht. Der Titel verrät nämlich schon, worum es geht, und das Ende ist absehbar und irgendwie auch krude (Spoiler! Der Uhrmacher hat plötzlich eine Freundin und die tritt prompt seine Nachfolge an…och nee!). Daher nur 2/5.
  • James Kestrel: Bis in alle Endlichkeit. Thriller, Bibliothek. Privatdetektiv Lee Crowe findet auf seinem Heimweg zufällig eine junge Frau, die kurz zuvor vom Dach eines Hauses gesprungen sein muß, denn sie liegt auf einem Auto. Er macht ein Foto von ihr und verkauft es an die Zeitungen. Kurz darauf vermittelt ihm sein ehemaliger Chef Jim den Kontakt zur schwerreichen Olivia Gravesend, der Mutter der Toten. Sie glaubt nicht an einen Selbstmord ihrer Tochter Claire und bittet Lee, zu ermitteln, was hinter ihrem Tod steckt. Seine Ermittlungen führen Lee zu einem ominösen Club in Mendocino, in das Haus einer Hollywooddiva und schließlich an einen Ort, an dem Ungeheuerliches geschieht… Solider Thriller mit einem sympathischen Ermittler. 4/5.
  • Jeannette Walls: Die andere Seite des Himmels. Roman, Bibliothek. Als ihre Mutter die beiden Schwestern Bean und Liz mal wieder wochenlang allein läßt, fahren diese kurzerhand nach Virginia zu ihrem Onkel Tinsley, der noch immer im alten Gutshaus der Familie lebt. In Byler trifft Bean auf die Familie ihres Vaters, die sie herzlich aufnimmt, doch sie und Liz müssen auch einen Job beim schmierigen Mr. Maddox annehmen… Das Buch hat mich positiv überrascht. Es ist zum einen richtig toll geschrieben, zum anderen kommen lauter liebenswerte Figuren darin vor. Eine berührende Geschichte über Heimat, Resilienz und darüber, wie man das Beste aus einer scheinbar ausweglosen Situation machen kann. 5/5.
  • Liz Moore: Der andere Arthur. Roman, Onleihe. Arthur wiegt 250 kg und hat sein Haus in New York schon seit Jahren nicht mehr verlassen. Als er einen Brief von seiner ehemaligen Studentin Charlene bekommt, in dem sie ihm auch von ihrem Sohn Kel erzählt, sucht Arthur sich Hilfe, die in Form der schwangeren Yolanda kommt. Diese hat familiäre Probleme und Arthur nimmt sie vorübergehend bei sich auf. Parallel dazu erfährt man, daß Charlene sich umgebringt und wie ihr Sohn Kel in eine Depression verfällt. Er versucht, seinen Vater zu finden, doch es stellt sich heraus, daß beide möglichen Kandidaten es nicht sind. Ich mochte den dicken Arthur und hätte gern mehr von ihm gelesen. Kel nimmt für meinen Geschmack zuviel Raum ein, trifft blöde Entscheidungen und ist für mich allgemein keine Figur, zu der ich eine Verbindung aufbauen kann. Insgesamt leider nur mittelmäßig. 3/5.
  • Martin Schuster und Hildegard Ameln-Haffke: Selbsterfahrung durch Malen und Gestalten – Die therapeutische Kraft der Kunst nutzen. Sachbuch, Bibliothek. Die Autoren geben jede Menge Tips und Anregungen dafür, wie man mit Kunst seelische Prozesse unterstützen kann. Ich habe viele interessante Ideen gefunden, die ich gern umsetzen möchte. 4/5.
  • Amitav Ghosh: Rauch und Asche – Die geheime Geschichte des Opiums. Sachbuch, Bibliothek. Ghosh legt dar, aus welchen politischen und ökonomischen Gründen das britische Empire in Indien Opium anbaute und es nach China verschiffte – was zu den beiden Opiumkriegen führte. Er erklärt auch, welche amerikanischen Familien sich am Opiumgeschäft in geradezu obszöner Weise bereicherten und wie der „Fluch“ des Opiums letztlich auf den Westen zurückfiel. „Geheim“ ist an der Geschichte natürlich nix, obwohl klar ist, daß weder den Briten noch den Niederländern oder den Amerikanern daran gelegen ist, daß diese Dinge klar ausgesprochen werden. An sich gefiel mir das Buch sehr gut, aber da Ghosh es so darstellt, als seien alle Opiumkonsumenten aller Zeiten die armen, willenlosen und vertrauensseligen Opfer der pösen Opiumlieferanten, habe ich einen Stern Abzug gegeben, denn so eine schräge Weltsicht halte ich nicht über fast 400 Seiten hinweg aus, inbesondere dann nicht, wenn der Rest des Buchs angestrengt woke ist. 3,5-4/5.
  • Henry Wise: Holy City. Roman, Bibliothek. Zehn Jahre hat Will in Richmond, der „Holy City“, gelebt, bevor er in seine Heimatstadt im ländlichen Virginia zurückkehrt, um dort als Deputy zu arbeiten. Als ein Mord geschieht, muß er den Vater seines besten Freundes, des drogenabhängigen Sam, den er bei sich zuhause versteckt hällt, festnehmen. Die Ermittlungen werden von einer Privatermittlerin unterstützt, die die Mutter des Mordopfers engagiert hat. Leider schreibt Wise sehr bemüht literarisch und vergreift sich dabei manchmal im Ton (was soll ein Gesicht sein, das aussieht wie ein scharf angebratenes Steak?). Zudem verrät er bereits vor der Mitte, wer der Täter ist, so daß sich die zweite Hälftes des Buchs bemüht depressiv um eine alte Schuld dreht, die Will Sam gegenüber empfindet. Dann kommen noch ein paar absurde Entwicklungen und ein noch absurder Schluß dazu und damit wäre dann ein vielversprechender Southern Noir so ziemlich versaut. Schade. 3/5.
  • Amitav Ghosh: Der Fluch der Muskatnuß. Sachbuch, Bibliothek. Im Jahr 1621 verübten die Niederländer an den Einwohnern der Banda-Inseln (Indonesien) Genozid. Ihr Motiv: die Inseln mit Sklaven und Arbeitern neubesiedeln und sich dabei das Monopol auf den Handel mit der ortsansässigen Muskatnuß sichern. Ausgehend von diesem Ereignis setzt Ghosh zu einem Rundumschlag gegen „den Westen“ an, gegen Kapitalismus, Rassismus und deren „Narrative“ (ich kriege allmählich schon einen Würgereflex, wenn ich das Wort nur lese). Leider verpaßt er es, die eigentlichen Ursachen für das technokratisch-westliche Weltbild und den Kolonisationsdrang des Westens zu entlarven (das Christentum sehe ich persönlich als einen der Hauptfaktoren dafür, aber obwohl Ghosh immer mal wieder darauf hinweist, daß die Niederländer puritanisch/evangelikal waren, kriegt er die Kurve nicht). Außerdem gibt es ein paar echte Absurditäten, beispielsweise lobt er Vietnam dafür, wie toll das Land doch im Vergleich zum Beispiel zu Italien die Pandemie überstanden hat, „vergißt“ aber irgendwie, darauf hinzuweisen, daß Vietnam nunmal ein totalitärer Staat ist, der seine Einwohner ganz anders im Griff haben dürfte als Italien. Auch behauptet er, arme Länder wären viel besser im Umgang mit Naturkatastrophen als reiche = westliche Länder, schreibt dann aber ausführlich darüber, wie er und seine Schwester bei einem Wirbelsturm über Kolkata ihre schwerkranke Mutter versorgten, indem sie das Haus renovieren ließen, Vorräte anlegten und medizinisches Personal engagierten – alles Dinge, die sicherlich niemand leisten kann, der arm ist. Auch kann ich Ghosh so manche Empörung nicht abnehmen – er stammt aus Kolkata, studierte in Oxford und lebt in Brookly – was genau macht er eigentlich im bösen Westen, wenn er den so sehr ablehnt? Zuletzt kommt noch jede Menge Esoschwurbel hinzu und Ghosh spart auch nicht an Lob für Papst Franziskus, weil der ja so ein grüner Armenunterstützer war – na klar, darum stand er auch einer milliardenschweren Organisation vor, die weltweit riesiges Leid über die Menschheit bringt. Für mich war das Buch in weiten Teilen mit seinen Lücken und bewußten Auslassungen ein Ärgernis. 2/5.
  • Ryder Carroll: Die Bullet Journal Methode. Verstehe Deine Vergangenheit, ordne Deine Gegenwart, gestalte Deine Zukunft. Sachbuch, Bibliothek. Da ich seit jeher Tagebuch schreibe und inzwischen viele Leute kenne, die ein Bullet Journal führen, dachte ich, ich gucke mal rein, aber das Buch hat mich überhaupt nicht erreicht. Warum? Weil Carroll so schreibt, als wäre er der erste Mensch auf Erden, der die famose Idee hatte, seine Gedanken schreibend zu sortieren, to-do-Listen anzufertigen etc. Dazu gibt es auch noch eine gehörige Portion Selbstoptimierungsphrasendresching und irgendwie hat mich das überhaupt nicht angemacht. Glaube aber, daß es für andere durchaus hilfreich sein kann. 2,5/5.

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